Freya (aisl. Freyja Herrin) ist der Name der nordgermanischen Göttin der Fruchtbarkeit. Sie gilt als nächstbedeutende Göttin des nordischen Pantheons nach Frigg, mit der sie in neuzeitlichen Rezeptionen oft gleichgesetzt oder verwechselt wird. Sie ähnelt der Venus des römischen Götterhimmels.
Es wird angenommen, dass sie eine Wikingerzeitliche Loslösung der Aspekte Liebe, Liebesmagie und Promiskuität der Göttin Frigg ist. Dazu sind in der Edda und dem Gylfaginning folgende Episoden beschrieben: Der Halsschmuck der Freya, der Brisingenschmuck, den hatten die Zwerge Alfrigg, Dvalin, Berling und Grervier (Gerr) gefertigt, der Preis des Erwerbs war, dass die Göttin vier aufeinander folgende Nächte mit jeweils einem der Zwerge verbrachte - zum Unbillen Odins, der Freya zur Strafe zwang, unter den Menschen einen Krieg anzuzetteln. Eine weitere Berichterstattung besagte, dass Loki beim von Ägir ausgerichteten Trinkgelage alle Anwesenden beschimpft, er der Freya vorwirft, sie habe mit allen Asen und Alben im Saal Liebschaften gehabt. Hinzu zu fügen bleibt, dass Loki in seiner Liebe zu Freya schmachtete, da sie die seine nicht erwiderte. Die literarischen Ausgestaltung Freyas während der isländischen Renaissance des 13.-14. Jh.s haben die heidnische Gestalt der Göttin allerdings überwuchert. In der Neuzeit hat sie die Göttin Frigg in der isländischen Aufarbeitung des Heidentums vollkommen verdrängt. Freya selbst erscheint in diesem (einer Illumination in einer Papierhandschrift des 17. Jh.s) allerdings nur noch als treusorgende Familienmutter. Dänische wie schwedische Ortsnamen gehen auf die Göttin zurück. So ist z.B. Fröjel auf Gotland ein wikingerzeitlicher Hafen und Kultplatz der Freya (schwed. Fröja), an dem noch eine Fornborg und ein Labyrinth (nord. Trojeborg) auf die alte Funktion des Ortes verweisen, der auch Thingplatz war. Auf Lolland Dänemark sind Frejlev, in Jütland Frøslev solche Orte. Der Freitag hat seinen Namen ebenfalls von der Göttin.
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